Zufriedenheit

Zufriedenheit meldet sich leise.
Kein Ereignis, kein Auslöser —
nur dieses ruhige Wissen,
dass es so stimmt.

Sie liegt unterhalb von Glück.
Glück sucht den nächsten Moment.
Zufriedenheit bleibt im gegenwärtigen —
das Wollen schweigt, und das fühlt sich gut an.

Sie zeigt sich in kleinen Dingen.
In einem Abend, der nicht besonders war —
und trotzdem bleibt.
In dem Gefühl, nichts vermisst zu haben.

Manchmal entsteht sie durch Vergleich.
Man schaut zurück und sieht den Weg —
nicht das Ziel, den Weg selbst —
und der wird zum Grund.

Manchmal kommt sie ohne Grund.
Ein Morgen, ein Licht, ein Geruch.
Der Körper meldet sich zufrieden,
bevor der Kopf einen Anlass gefunden hat.

Durch Leistung lässt sie sich nicht erreichen.
Wer sie erkämpfen will,
findet Erschöpfung oder Stolz —
aber selten sie.

Sie braucht einen bestimmten Blick.
Einen, der das Vorhandene sieht —
nicht das Fehlende.
Das ist schwieriger, als es klingt.

Wer Zufriedenheit kennt,
weiß dass das Stille oft mehr wiegt
als das Laute —
und dass Genug ein großes Wort ist.

← Alle Zustände