Zuversicht

Zuversicht trägt, ohne zu drängen.
Sie verlangt keine Gewissheit —
nur das leise Vertrauen,
dass es einen Weg gibt.

Sie sitzt tiefer als Hoffnung.
Hoffnung wünscht sich etwas.
Zuversicht rechnet damit —
ruhig, ohne Aufhebens.

In schwierigen Momenten zeigt sie sich deutlicher.
Nicht als Optimismus, nicht als Schönreden —
sondern als ein stiller Grund,
der hält, auch wenn vieles wackelt.

Sie kommt aus Erfahrung.
Aus dem Wissen, dass man Schweres überstanden hat.
Dass Phasen, die endlos schienen,
geendet haben — und danach etwas kam.

Manchmal kommt sie durch Menschen.
Durch jemanden, der an einen glaubt
in dem Moment, wo man es selbst
gerade nicht kann.

Sie verändert den Blick auf das Kommende.
Was ungewiss ist, bleibt ungewiss —
aber es wird anders getragen.
Leichter, offener, ohne die Schwere der Angst.

Sie lässt sich nicht erzwingen.
Wer sich Zuversicht befiehlt, bekommt Anspannung.
Sie wächst langsam —
aus dem, was man durchgestanden hat.

Wer Zuversicht kennt,
trägt einen stillen Anker in sich —
der nicht verhindert, dass man treibt,
aber dafür sorgt, dass man wiederfindet.

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