Zwischenraum
Zwischenraum ist kein leerer Abschnitt.
Er entsteht dort, wo etwas endet, ohne dass schon etwas Neues beginnt.
Er lässt sich nicht greifen.
Er zeigt sich in Pausen,
in Momenten ohne klare Richtung,
in einem Innehalten, das nicht geplant war.
Im Zwischenraum verliert das Gewohnte an Halt.
Was zuvor eindeutig war, wird unscharf.
Gleichzeitig ist noch nichts da, woran man sich orientieren kann.
Viele versuchen, diesen Raum zu füllen.
Mit Entscheidungen, mit Ablenkung, mit Bewegung.
Doch der Zwischenraum entzieht sich dem Zugriff.
Er lässt sich nicht überspringen.
Und nicht sinnvoll verkürzen.
Er wirkt still,
aber in ihm verschiebt sich etwas Grundlegendes.
Altes löst sich weiter,
während Neues noch nicht sichtbar ist.
Im Zwischenraum entsteht kein Ergebnis.
Aber er bereitet vor,
was später Form annimmt.
Wer ihn aushält,
gerät nicht ins Leere,
sondern in einen Zustand,
in dem sich Orientierung neu bilden kann.